WIR HABEN ES GESCHAFFT - KEINE STEINBRÜCHE in CAVERTITZ und LIEBSCHÜTZ!


"Unser Wahrzeichen muss erhalten bleiben"

Die Spendensammlung für die historische Bockwindmühle auf dem Liebschützberg geht voran. Am Sonnabend übergab die Feuerwehr Laas einen symbolischen Scheck über 200 Euro an Horst Hanke von der Bürgerinitiative "Rettet den Höhenzug Liebschützberg". Die Notsicherung wurde indes an einen Unternehmer der Region vergeben.

Die letzten Ausläufer des Sturmtiefs Joachim machten es den Feuerwehrleuten allerdings nicht leicht. Wehrleiter Gunter Seidel passte einen Moment nicht auf, und schon wurde der große Scheck vom Wind fortgerissen. Die Feuerwehrmänner gaben im Spaß ihrem Kameraden aus Laas die Schuld für das schlechte Wetter, denn der heißt ausgerechnet Joachim Stürmer. Doch der nahm es gelassen, schließlich hatte der Sturm die Mühle nicht beschädigt.

Doch dass die Mühle noch steht, ist keineswegs selbstverständlich. Jüngst hatten Experten massive Schäden am Unterbau festgestellt. Seitdem ist die Mühle für Besucher gesperrt. Die Notsicherung des denkmalgeschützen Objekts vergab Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz jüngst an die Zimmerei Rudolph in Schönnewitz, die das günstigste von drei Angeboten abgegeben hatte.

Lesen sie hier den gesamten Artikel aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 20.12.2011


Sparkassenstiftung stützt Mühle

Die Sparkassenstiftung Torgau-Oschatz unterstützt die Rettung der historischen Bockwindmühle auf dem Liebschützberg. Der Stiftungsrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Notsicherung des gefährdeten Bauwerkes mit 8500 Euro zu unterstützen. Die restliche Summe, die dafür notwendig ist, soll laut Stiftungsbeirat Andreas Kretschmar im nächsten Jahr fließen. Diese Nachricht überbrachten Kretschmar, Stiftungsbeirat Michael Czupalla und Stiftungsvorstand Jens Köhler am Sonnabend gemeinsam dem Liebschützberger Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz auf dem Liebschützberg

Baugutachter hatten im September festgestellt, dass die 183 Jahre alte Bockwindmühle einsturzgefährdet ist. Kreuzlagerbalken und Stabilisierungsbalken sind stark beschädigt. ...


Lesen sie hier den gesamten Artikel aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 14.11.2011


Offener Brief an die Basalt AG Nordostdeutschland mit Sitz in Erfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bürgerinitiative „Rettet den Höhenzug Liebschützberg“ e.V. und die Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau Cavertitz/Laas wenden sich heute an Sie, weil die Bewohner der Gemeinden Liebschützberg und Cavertitz im Landkreis Nordsachsen höchst besorgt sind über die Entwicklung der Steinbruchvorhaben in den beiden Gemeinden. Die Basalt AG hat Bergwerkrechte bzw. Bergwerkseigentum von der Schotter- und Kies-Union GmbH & Co KG Leipzig erworben und damit laut Bundesberggesetz (BBergG) Anspruch im Bereich Liebschützberg und Cavertitz, Steinbrüche zu erschließen und zu betreiben. Hiermit wollen wir deutlich machen, dass das Bergwerksvorhaben von der Mehrheit der Menschen abgelehnt und der Protest lang anhaltend und dauerhaft sein wird.

Seit nunmehr 16 Jahren begehren die Menschen dieser Region, Gemeindeverwaltungen, Regional- und Landesbehörden, Kirchen, Persönlichkeiten aus Bundespolitik, Parteien sowie Vereine und Verbände auf gegen geplante Steinbruchvorhaben.

Der landschaftsprägende Liebschützer Höhenzug, der aus allen Himmelsrichtungen weithin sichtbar ist, ist mit seiner denkmalgeschützten Bockwindmühle Wahrzeichen der Region. Er ist heute ein vielfältig genutzter Ort für Veranstaltungen und Freizeitbeschäftigungen – und dennoch über weite Strecken des Jahres auch ein Ort der Ruhe und Erholung. Der Berg ist alljährlich Anziehungspunkt für tausende Bewohner bei großen Veranstaltungen wie Osterfeuer, Liebschützbergfest, internationalem Drachenfest und Gottesdiensten unter freiem Himmel. Auch Schulklassen, Gleitschirmflieger, Drachenfreunde, Modellflugzeug-Vereine und Pferdesportler nutzen den Höhenrücken als Betätigungsfeld. Kunststudenten haben den Berg für Kunstobjekte entdeckt. Selbst die Bundeswehr-Offiziersschule Dresden ist mehrmals im Jahr präsent. Der gesamte Höhenrücken ist ein Landschaftsschutzgebiet. Auf dem Bergrücken führt die denkmalgeschützte „Alte Salzstraße“ entlang, die in diesem Bereich Teil des Ökumenischen Pilgerweges ist (des berühmten Jakobsweges). Besucher, Pilger, Wanderer und Radwanderer sind nicht nur begeistert von der Schönheit des Landstriches, sie sind für regionale Tourismusanbieter auch wichtige Kunden.

Wie wichtig und unverzichtbar dieser Höhenrücken für die Bewohner der umliegenden Dörfer ist,
beweist die Tatsache, dass sich bei der 1997er Gemeindegebietsreform 17 Dörfer rund um den Berg zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen haben. In geheimer Wahl hatten sie sich für den Namen Gemeinde „Liebschützberg“ entschieden. Sie alle wollten und wollen nicht in einer Gemeinde „Steinbruch“ leben!

Im Gutachten „Biotoptypenkartierung und -bewertung für das Gewinnungsfeld Liebschütz“, das im Zusammenhang mit dem Raumordnungsverfahren zum Vorhaben „Steinbruch Liebschütz“
erstellt worden ist, heißt es unter anderem: „Die Menschen, die rund um den Liebschützer Berg und im Gebiet der Oschatz-Riesaer-Altmoränenplatte aufgewachsen sind, entwickeln beim Anblick des Liebschützbergs ein Identifikationsgefühl, das mit dem Begriff ’Heimat’ zu beschreiben ist.“

Die Grundstücke auf den Bewilligungsfeldern Liebschützberg und Cavertitz sind überwiegend in Privatbesitz. Die Eigentümer zählen ihren Boden dank der Ereignisse von 1989 wieder zu ihrem Besitz. Sie haben gegenüber den Bürgerinitiativen erklärt, dass sie nicht bereit sind, ihren Boden einem Steinbruch zu opfern. Vollkommen auf Unverständnis stößt dabei, dass nach der Vereinheitlichung des Berggesetzes zwischen neuen und alten Bundesländern im Jahr 1996, wonach Steine und Kiese keine „bergfreien“ Bodenschätze im Sinne des BbergG mehr sind, bestehende Bergbauberechtigungen davon jedoch unberührt bleiben. Und dies selbst, wenn sie erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands verliehen worden sind, mit all den Folgen für die Grundeigentümer.

Das bedeutet, dass 18 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands und zwölf Jahre nach dem Vereinheitlichungsgesetz im Bergrecht noch Gesetze weiterwirken aus einer Zeit, in der Umweltschutz nicht zu den Tugenden der Regierenden gehörte und mit Privateigentum vollkommen willkürlich umgegangen wurde. Die Grundeigentümer müssen nun wieder befürchten – verweigern sie ihr Eigentum einem Steinbruchvorhaben – dass sie durch eine Grundabtretungsverfügung schon wieder ihr Eigentum verlieren.

Die Bürger aus Liebschützberg und Cavertitz protestieren gegen die Steinbrüche, weil:

- geschützte Landschaftsteile und Landschaftsbilder in Gefahr sind
(landschaftprägendes Landschaftsschutzgebiet/FFH-Gebiet, denkmalgeschützter Pilgerweg);
- erhebliche Beeinträchtigungen der Lebens- und Wohnqualität befürchtet werden
(Verlust des Naherholungsgebietes, Entfernung Steinbruch und Halden zur Wohnbebauung,
Verlust an Grundeigentum, Wertverlust an Haus und Grundstück, Gefährdung der Bausubstanz, Verkehrsbelastung in den Ortschaften)
- Vernichtung landwirtschaftlicher Nutzfläche anstünde
(Verringerung der Erträge, Grundwasserabsenkung, Versiegen von Quellen für Bewässerung und Viehhaltung, Verlust von Arbeitsplätzen)

Die Beteiligung der Bürger an den Verfahren „Raumordnung“ im Regierungspräsidium Leipzig und „ Planfeststellung“ am Sächsischen Oberbergamt Freiberg zum Vorhaben Liebschützberg ist überdurchschnittlich hoch. In der raumordnerischen Beurteilung des Vorhabens „Aufschluß Steinbruch Liebschützberg des Regierungspräsidiums Leipzig“ vom 30.08.1993 heißt es unter anderem: „Die raumordnerische Untersuchung war begleitet durch eine außerordentliche Beteiligung von Bürgergemeinschaften am Verfahren, die ihre Sorge um die Erhaltung der Lebensqualität im Bereich des Liebschützberges zum Ausdruck brachten.“

Am Planfeststellungsverfahren zum geplanten Granodiorit-Abbau auf dem Liebschützberg am Sächsischen Oberbergamt Freiberg im Juni 2003, beteiligten sich 830 Personen mit Einwendungen, wobei sich 71 Personen, Institutionen und Verbände zusätzlich anwaltlich vertreten ließen. Ebenso groß ist die Ablehnung eines Steinbruchs in Cavertitz.

Die Menschen der Gemeinden Liebschützberg und Cavertitz fordern Sie hiermit auf:
Verhindern Sie die Zerstörung unserer Heimat!

Wir werden uns auch weiterhin für den Erhalt unserer Umwelt und Lebensqualität einsetzen.
Wir werden das mit allen verfügbaren demokratischen und juristischen Mitteln tun!

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Liebschützberg                                                Bürgerinitiative Cavertitz/Laas
Czapowski                                                                             König

den Offenen Brief an die Basalt-AG können Sie
 hier als .doc Datei und
 hier als .pdf Datei herunterladen.

Es geht voran – Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau

Die Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau wächst. Ende 2007 hat sich eine kleine Gruppe aus Cavertitz, Klingenhain und Liebschützberg zusammengetan. Für sie steht fest: Wenn wir als mündige Bürger etwas erreichen wollen, müssen wir gegen den Gesteinsabbau auftreten. Allerdings: Ein Nein! gegen den Steinbruch reicht nicht.

Seit 2008 knüpfen wir ein Netzwerk mit Verbündeten in ganz Sachsen, dem Landkreis Torgau-Oschatz-Delitzsch und Vertretern des Deutschen Bundestages.
Wir brauchen die betroffenen Landbesitzer und Menschen als Verbündete. Sie sind vom Steinbruch Cavertitz/Laas direkt betroffen.
Wir nutzen Erfahrungen anderer Bergwerksgegner, reden mit Politikern aller demokratischen Parteien, studieren Pläne, den Landesentwicklungsplan und das Bundesberggesetz, holen Meinungen örtlicher Gemeinderäte der Gemeinden Cavertitz und Liebschützberg ein. Auch die Kirchen suchen wir als Mitstreiter. Die ev.-luth. Kirchgemeinde Cavertitz, Kirchgemeinde Strehla, Kirchgemeinde Borna-Canitz, Kirchgemeinde Dahlen und alle, die im Umkreis betroffen sind, wollen wir gewinnen!
Wichtige Partner sind die regionalen Medien. Über die Oschatzer Allgemeine Zeitung, die Torgauer Zeitung, Oschatz TV, das Sonntagswochenblatt und über die Gemeindeboten wollen wir die Bürger erreichen!
Gabriele Schneider, Mitstreiterin der Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau, ist bei der aktuellen Kommunalwahl in den neuen Kreistag des Landkreises Nordsachsen gewählt worden. Sie hat nun auf Kreisebene die Chance, die Belange des Gesteinsabbaus direkt anzusprechen.

Eine Bitte an alle Menschen der Region: Die Bürgerinitiative arbeitet aktiv, aber sie braucht auch Sie. Beteiligen Sie sich! Kommen Sie zu den Einwohnerversammlungen. Schauen Sie bei uns vorbei, fragen Sie! Sprechen Sie auch in Ihren Familien, mit Freunden und über den Gartenzaun hinweg über die Gefahren des Tagebauvorhabens für die Region. Denn: Mündige Bürger müssen sich einmischen und mitreden.


Machen Sie sich ein Bild von dem, was dem Bagger zum Opfer fallen soll.

Hier finden Sie eine Panorama-Ansicht des Cavertitzer Berges, der durch Sprengungen und Steinbruch-Arbeiten weggebaggert werden soll.

Helfen Sie uns mit einer Geldspende, direkt an die Cavertitzer Bürgerinitiative adressierte Spenden landen direkt in Cavertitz:
Grüne Liga Sachsen e.V.
Konto: 101 231 135
BLZ: 850 951 64 bei Landeskreditgenossenschaft Sachsen eG
Stichwort "Cavertitz"